Archiv

Persönlichkeiten

Anton Flettner

Flettner

Anton Flettner, am 1. November 1885 in Eddersheim am Main geboren, wurde Lehrer. Seine Freizeit verbrachte er fast ausschliesslich mit dem Studium der Technik; Mechanik, Physik und der Stömungslehre. Als Neunundzwanzigjähriger legte er dem Reichsmarineamt seine erste Erfindung - einen lenkbaren Torpedo - vor, erhielt jedoch eine Ablehnung, weil man eine solche Konstruktion für unmöglich hielt. Erst nach dem Weltkrieg eröffnete sich Flettner die Möglichkeit, vollständig auf das Gebiet der Technik umzusteigen. Seine erste Station war die Versuchsanstalt in Göttingen, wenig später trat er mit einem damals aufsehenerregenden Versuch eines neuartigen Schiffsantriebes an die Öffentlichkeit. In den Jahren zwischen 1922 und 1926 experimentierte die von ihm gegründete Flettner-Gesellschaft mit großen rotierenden Zylindern zur Ausnutzung des Magnuseffektes. Man hatte zur Erprobung der Wirksamkeit ein älteres Segelschiff, die "Buckau", angekauft und die gesamte Takelage entfernt. Statt dessen erhielt die "Buckau" zwei masthohe, schornsteinähnliche Stahlblechzylinder, die senkrecht montiert auf dem Vor- und Hinterschiff rotierten. Das Rotorschiff brachte keine wirtschaftlichen Erfolge. 1927 verließ Flettner dieses Gebiet und wendete sich der Luftfahrt zu. Durch die Schaffung eines Drehflügelflugzeuges wollte er der Luftfahrt neue Impulse geben.

Seine ersten Versuche schlugen fehl, und es dauerte acht Jahre, bis sich Flettner behaupten konnte. In der Zwischenzeit entstand die Erfindung, die Flettners Namen über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt machte: das Flettner-Ruder. Der Name Flettners tauchte erst 1935 wieder verstärkt in der Luftfahrt auf. Das Oberkommando der Marine interessierte sich für die Verwendung von Drehflügelflugzeugen auf Kreuzern und unterstütze Flettners Pläne sehr intensiv. Seine erste Konstruktion, die Fl 184, zeigte noch gewisse Merkmale, die an la Ciervas Autogiro erinnerten, aber bereits die Fl 185 war alsHubschrauber ein Beispiel eigener Konzeption. Diese Maschine war der erste Hubschrauber mit Drehmomentausgleich durch kleine Propleller an Auslegern.

1938 begann Flettner, im Team mit Dr. Kurt Hohenemser und Dr. Ing. Sissingh, mit der Konstruktion eines Hubschraubers, dessen Rotoren gegenläufig ineinanderkämmend über der Kabine montiert waren und neben dieser geschickten ( wenn auch komplizierten ) Lösung des Drehmomentausgleiches erstmalig die automatische Umschaltung vom Hubschrauber- auf Tragschrauberflug ermöglichten. Diese Umschaltung war seit je schon das Kriterium des Hubschraubers gewesen, der bei Ausfall des Triebwerkes nicht mehr flugfähig war. Nach einer ausgedehnten Erprobung dieser Maschine (Fl 265) durch die Marine im Mittelmeer und in der Ostsee, stand fest, das sich Hubschrauber dieser Art als Beobachtungsflugzeuge auch auf Seefahrzeugen bewähren würden.

1940 folgte ein RLM-Auftrag und Flettner entwickelte seine Fl 282 "Kolibri" , die sich konstruktiv sehr eng an das Vorgangsmuster anlehnte. Mit ineinanderkämmenden, gegenläufigen Rotoren und einem Bugradfahrwerk dürfte die Fl 282 als modernster Hubschrauber der Kriegszeit angesprochen werden. Für die Versuche wurden vierundzwanzig Maschinen dieses Typs gebaut und zum Teil auf Fahrzeugen der Marine eingesetzt, und am Ende dieser Erprobung verfügte man über das flugstabilste Drehflügelflugzeug der Welt - ein Zeugnis, das amerikanische Piloten und Techniker nach dem Kriege ausstellten, nachdem zwei Beutemaschinen in den USA getestet worden waren. Anton Flettner folgte 1947 einer Einladung in die USA und blieb dort. Dort eröffnete man ihm einen neuen Wirkungbereich im Hubschrauberbau. Als Chefkontrukteur der Firma Kaman entwickelte Flettner eine Anzahl moderner Maschinen, deren Serienbau noch heute läuft, und alle weisen sie die unverkennbare Handschrift Anton Flettners auf. 1958 schied er aus und gründete eine eigene Gesellschaft, die Flettner Aircraft Corporation, in New York, in der seine Forschungsarbeit nach wie vor dem sicheren Großhubschrauber galt. Nach einem Leben, das reich an Fehlschlägen und arm an Höhepunkten war, verstarb er am 29. November 1961 in einem New Yorker Krankenhaus im Alter von 76 Jahren.

shop




Ihr Warenkorb ist leer.

Warenkorb anzeigen

Anmelden

Benutzername Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Suche

Aktuelles

27. Internationales Hubschrauberforum

Nachbau des ersten Hubschraubers im Museum
Am 12. September wurde der Nachbau des ersten flugfähigen Hubschraubers der Welt im hubschraubermuseum installiert.