Exponate
Bell 47G2 SIOUX
Ein Klassiker unter den Hubschraubern: Von 1948-1973 in Produktion, über 6000 Stück gebaut und in vielen Ländern im Einsatz. Bekannt geworden ist die Bell 47 durch die Rettungseinsätze im Koreakrieg ( MASH 4077 ).
Unkomplizierte, unanfällige Rotorkonstruktion mit Stabilisator, welcher ein sicheres Flugverhalten ermöglichte.
Entwicklungsgeschichte
Am 8. Dezember 1945 flog Bell den Prototyp einer klassischen Hubschrauberkonstruktion, der Bell Model 47. Am 8. März 1946 erhielt er das erste 'Approved Type Certificate' der Welt, das einem zivilen Hubschrauber ausgestellt wurde. Der Typ blieb bis 1973 bei Bell ununterbrochen in der Produktion und wurde von 1954 bis 1976 außerdem unter Lizenz von Agusta in Italien gebaut. Der Model 47 wurde überall auf der Welt von militärischen Einheiten benutzt; seine begrenzte Kapazität wurde durch seine Einfachheit und seinen niedrigen Preis jedoch mehr als aufgewogen. 1947 kaufte die USAF (damals noch USAAF) 28 Exemplare des verbesserten Model 47A mit 157 PS (117 kW) Franklin 0-335-1 Kolbenmotoren zur Erprobung: 15 erhielten die Bezeichnung YR-13, drei Maschinen YR-13A wurden für Tests in Winterbedingungen in Alaska vorbereitet, und die restlichen zehn gingen zur Erprobung an die US Navy, wo sie als HTL-1 Trainer benutzt wurden. Nach kurzer Zeit fanden alle Waffengattungen, daß es sich beim Model 47 um eine erstklassige Maschine handelte, und es regnete geradezu Bestellungen. Die US Army bestellte zuerst 1948 eine Reihe von Maschinen, 65 wurden unter der Bezeichnung H-13B abgenommen; alle US Army Versionen erhielten später den Namen Sioux. 15 Exemplare wurden 1952 umgebaut für die Aufnahme von außen angebrachten Tragen und erhielten die Bezeichnung H-13C. Ein zweisitziger H-13D mit Kufenlandegestell, Tragenhalterung und Franklin 0-335-5 Motor folgte mit dem allgemein ähnlichen dreisitzigen H-13E mit Doppelsteuerung. Der H-13G hatte ein kleines Höhenruder, und für den H-13H wurde der 250 PS (186 kW) Lycoming VO-435 Motor eingeführt. Einige Exemplare des zuletzt genannten Modells wurden auch von der USAF benutzt, ebenso wie zwei H-13J Hubschrauber mit zwei 240 PS (179 kW) Lycoming VO-435 Motoren für den Präsidenten der USA. Zwei für Versuchszwecke mit einem größeren Rotor und einem 225 PS (168 kW) Franklin 6VS-335 Motor ausgerüstete H-13J Maschinen erhielten die Bezeichnung H-13K. 1962 wurden die US Army Modelle H-13E, -G, -H und -K mit dem Präfix 0 (für 'observation' = Beobachtung) versehen. Die US Air Force Hubschrauber H-13H und H-13J bekamen ein U für 'utility' = Nutzhubschrauber. Spätere Anschaffungen waren der dreisitzige OH-13S (der Ersatz für den OH-13H) und der zweisitzige Instrumententrainer TH-13T. Die US Navy erhielt zunächst 12 HTL-2 und neun HTL-3 Hubschrauber, aber die erste wichtige Version war der HTL-4, gefolgt vom HTL-5 mit einem 0-335-5 Motor. Die HTL-6 Trainer hatten das kleine bewegliche Höhenruder. Der HUL-1 wurde an Bord von Eisbrechern benutzt, und die letzte Ausführung für die US Navy, der HTL-7, war ein zweisitziger Instrumententrainer mit Doppelsteuerung und Allwetterausrüstung. 1962 wurden die Modelle HTL-4, -6, -7 und HUL-1 in TH-13L, TH-13M, TH-13N und UH-13P umbenannt. Der Model 47 wurde unter Lizenz von Agusta in Italien, Kawasaki in Japan und Westland in Großbritannien (der 47G-2 für die britische Armee, mit dem Namen Sioux) gebaut, und die verschiedenen Ausführungen dienten bei mehr als 30 Armeen. Experimentelle Versionen waren zahlreich. Die vielleicht bedeutendsten Beispiele waren die Bell Model 201 (XH-13F) und der Bell Model 207 Sioux Scout. Der Model 201 hatte eine Continental XT51-T-3 Wellenturbine (eine unter Lizenz hergestellte Turbomeca Artouste). Der Model 207 war der erste echte bewaffnete Hubschrauber: mit einem 260 PS (194 kW) Avco Lycoming TVO-435-A1A Turbolader-Kolbenmotor, einer veränderten Kabine mit zwei Tandem-Sitzen, kleinen Flossenstummeln (mit zusätzlichem Treibstoff) zur Entlastung des Hauptrotors und einer ferngesteuerten Geschützbank im Bug mit zwei 7,62 mm M60 MG, die sich horizontal um 200° bewegen ließ, vertikal von -45° bis +15°. Parallel zur Produktion der militärischen Hubschrauber durch Bell und die Lizenzhersteller wurden zivile Ausführungen für verschiedene Anwendungsgebiete gebaut. Dazu gehören der Model 47B (das Gegenstück zum militärischen YR-12/HTL-1) und der für landwirtschaftliche und andere Zwecke gedachte Model 47B-3 mit offenen Positionen für die Besatzung. Das folgende Modell 47D trug erstmals die geformte 'Goldfischglas'-Kuppel, und der Model 47D-1 aus dem Jahre 1949 hatte den offenen Heckausleger wie beim H-13C. Eine erste wichtige Änderung wurde mit dem Model 47G vorgenommen, der die drei Sitze des 47D-1 mit dem 200 PS (149 kW) Franklin Motor verband. Der alternative Einbau des ähnlich starken Avco Lycoming VO-435 führte zur neuen Bezeichnung Model 47G-2A, gefolgt im Jahre 108B vom Model 17G 3A l mit größerer Kabine, verbesserten Rotorblättern und erweitertem Treibstoffassungsvermögen. Zu den anderen Triebwerken gehörten ein vorverdichteter Franklin 6VS-335-A mit 225 PS (168 kW) beim Model 47G-3, ein Avco Lycoming TVO-435 mit 280 PS (168 kW) und Turbolader beim Model 47G-3B und Avco Lycoming VO-540 und VO-435 bei den dreisitzigen Modellen 47G-4 und 47G-5. Eine zweisitzige landwirtschaftliche Ausführung des zuletzt genannten Modells trug den Namen Ag-5, und eine zivile Version des H-13J VIP-Transporthubschraubers der USAF lief unter dem Namen Model 47J Ranger. Die Bell Produktion des Model 47 lief gegen Ende 1973 schließlich aus; die zuletzt gebauten Maschinen waren vom Typ 47G-5. Agusta in Italien und Kawasaki in Japan bauten Hubschrauber, die mit einigen zivilen Versionen des Bell Model 47 vergleichbar waren, und steuerten ihre eigenen Varianten bei. Außerdem gab es spezielle umgebaute Exemplare von mindestens zwei führenden amerikanischen Firmen, darunter der Hochleistungshubschrauber Carson Super C-4 und verschiedene El Tomcat Landwirtschaftsmaschinen, die von der Continental Copters Inc. entwickelt wurden. Soloy in den USA stellt Modelle mit Wellenturbinen her.Noch heute sind viele Bell 47 im Einsatz.
Technische Daten
| Typenbezeichnung: | Model 47G-5A |
| Verwendung: | Mehrzweckhubschrauber |
| Baujahr: | |
| Hersteller: | Bell |
| Land: | USA |
| Erstflug: | ? |
| Länge: | bei drehendem Rotor 13,30 m |
| Breite: | |
| Höhe: | 2,84 m; |
| Rotordurchmesser: | 11,32 m; Heckrotordurchmesser 1,78 m, Hauptrotorkreisfläche 100.62 m2. |
| Anzahl Rotorblätter: | 2 |
| Triebwerk: | Avco Lycoming VO-435-B1A Kolbenmotor |
| Triebwerksleistung: | 265 PS (198 kW) |
| max. Geschwindigkeit: | in Meereshöhe 196 km/h; Reisegeschwindigkeit 137 km/h |
| Dienstgipfelhöhe: | 3200 m |
| Leergewicht: | mit Ausrüstung 786 kg |
| Max. Fluggewicht: | 1293 kg |
| Reichweite: | 412 km |
| Besatzung: | 1 |
| Passagiere: | je nach Ausführung |
| Bewaffnung: | je nach Ausführung |
| Produziert: | ? |

